(QUB-Artikel)
Manchmal stöbert man in der Bauteil-Kiste auf der Suche nach einem keramischen Kondensator von vielleicht 15 pf, aber nur graue Köpfe schauen einem an; ein Teil der Beschriftungen ist nicht mal mit der Lupe leserlich, andere haben nur einen Farbklecks (am Sonntag nachmittag kann man dann nicht mal zum Grieder sausen, um das Richtige zu holen.) Wohl dem, der ein L/C-Meter IIB von AADE besitzt. Aufstarten, Kondensator anhängen, ablesen; das Resultat ist auf etwa 1% genau.

Dieses schlaue Gerät ist das Werk von Neil Heckl, der es über seine Firma Almost All Digital Equipment (www.aade.com) vertreibt und zwar schon seit bald 10 Jahren. (Unter anderem bietet er dort auch ein sehr gescheites, kostenloses Filter-Design and Analysis-Programm an).

Das Gerät misst Induktivitäten im Bereich von 1 nHy bis mindestens 100 mHy und Kapazitäten von 0.01 pf bis mindestens 1000 nF (keine polarisierten Kondensatoren). Das Messsystem verwendet einen PIC-Prozessor. Das Messresultat wird auf einem LCD-Schirm dargestellt. Betrieben wird das Gerät mit einer 9V-Batterie.

Ausser der einfachen Messung von L/C-Bauteilen können mit dem Gerät auch Serien gemessen werden, wobei der erste Wert abgespeichert wird und für alle weiteren Werte die Abweichung in Prozent oder Einheiten (nano/mikro) angezeigt wird.

Auf seiner Website beschreibt Neil die umfangreichen Messungen, mit denen er sein Konzept überprüft hat (es können keine eingebauten Komponenten gemessen werden). Das Gerät wurde unter anderem im Funkamateur 11/97 Seite 1280 gründlich beschrieben.

Ich habe mein Gerät im Online-Shop des Funkamateur-Verlags (www.funkamateur.de) gekauft für 115 EUR + Versand von 5 EUR. Der Bausatz ist in etwa zwei Stunden bequem zusammenzubauen, die Anleitung in Englisch - mit vielen Bildern und in deutscher Übersetzung lässt keine Fragen offen. Das Gerät kalibriert sich selber beim Einschalten.