HB9BNK
Erfahrungen mit einem Schaltnetzteil
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QRP mit einem 50 Ohm Widerstand ?

Während des Bastelns höre ich manchmal CW-QSO's auf 40m mit. Vor einiger Zeit nun fiel mir ein Geräuschteppich auf – so um 7039 kHz, ein kräftiges Rauschen, das sich über ein paar kHz weit zog. Es war so stark, dass sich sogar der S-Meter-Zeiger des FT-1000 aus seiner üblichen, behaglichen Ruhelage aufstemmte, was wunderselten vorkommt. Ich nahm mein altes Sony-Portable-Gerät und wanderte im Garten und auf der Strasse herum und konnte das Signal mit S-Meter-Vollausschlag hören.

Meine CW-Sked-Kollegen, HB9KT und HB9DRJ konnten das Geräusch allerdings nicht aufnehmen. So begann ich, die Fehlerquelle in meiner Anlage zu suchen, indem ich ein Gerät nach dem andern ausschaltete (TNC, Rotor-Controller, CW-Keyer, ...). Aber erst, als ich das unschuldigste Gerät von allen, die DCF-77 Funkuhr ausschaltete, war Ruhe. Das hat mich sehr verblüfft.

Diese Funkuhr stammt aus dem Bausatz-Angebot des Berliner Funkamateur-Verlags (BX-176). Sie kann auch als 10 MHz-Frequenz-Normal dienen. Die Funktion ist recht raffiniert: aus dem Signal des DCF-77 Langwellen-Sender wird ein ZF-Signal von 625 Hz gemischt und dann auf trickreiche Art das 10 MHz-Signal mit hoher Genauigkeit generiert, mit dem man z.B. Messgeräte justieren kann. Ausserdem kann natürlich die genaue Uhrzeit in UTC oder HBT, sowie die Sternzeit (für Astronomen) abgelesen werden.

Für die Suche nach der Ursache habe ich die Stations-Antenne auf den FunCubeDongle geschaltet, mit dem ich normalerweise Satelliten-Bänder nach QSO's und Telemetrie-Signale absuche. Ich verwende dazu das Programm HDSDR. Auf dem Bild sieht man, wie der Träger durch Belastungsänderung am Netzteil sich verändert. Ich fragte beim Support des Funkamateur-Shops nach, ob zu dem Thema irgend ein Hinweis vorhanden sei, der bei der Fehlerbehebung zu beachten wäre. Aber auch nach Rücksprache mit dem Konstrukteur gab es keine diesbezüglichen Hinweise. Meine Uhr läuft auch störungsfrei an einem anderen 12V-Netzteil und die Berliner rieten mir, den Schaltnetzteil zu testen.

In der Grümpelkiste fand sich ein mächtiger 50 Ohm Widerstand und mit ihm als Last sah ich wieder die gleiche Störung ! Die Uhr als Verursacher war also aus dem Schneider, das Netzteil ausser Betrieb und ich wieder ein bisschen klüger. Die Berliner schrieben: „Ja, Schaltnetzteile sind eben wirklich ein spannendes Thema... „ - Fürwahr !
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